Sie befinden sich hier:
Mit mehreren Wanderangeboten möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)...

Umweltschützer sind fassungslos und setzen sich energisch zur Wehr: Verkehrsminister Wissing lässt...

Mit mehreren Wanderangeboten möchte der BUND auf die verschiedenen Wildkatzenwanderkorridore im...

Wie aus der Antwort des rheinland-pfälzischen Verkehrsministers auf die Anfrage der Grünen zum...

Mit einem Audioguide möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband...

In seinem gestrigen Urteil hat das Verwaltungsgericht Koblenz den Planfeststellungsbeschluss der...

Die Landesverbände Rheinland-Pfalz von NABU und BUND freuen sich über die Entscheidung des...

Mainz. In diesen Wochen bringen die Wildkatzen in den Wäldern von Rheinland-Pfalz ihre Jungen zur...

Die Landesverbände von BUND und NABU sind über das aktuelle Verhalten der SGD Süd entsetzt. So...

Im Mittelpunkt des öffentlichen Teils der diesjährigen BUND-Landesdelegiertenversammlung steht die...

Aktuelle Pressemeldungen aus dem Bundesverband

Alle Pressemitteilungen des Landesverbands finden Sie hier.

BUND unterstützt online-Petition


Endlich Baustopp für die B 50 neu/Hochmoselübergang
 
Mit einer online-Petition wollen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. und Bürgerinitiative Pro Mosel endlich das Aus für die B50neu samt Hochmoselübergang erreichen. BUND und Bürgerinitiative fordern Bürgerinnen und Bürger auf, ihren Protest gegen das nutzlose Prestigeprojekt über die Mitzeichnung der Petition auszudrücken. Dort wird gefordert, den Hochmoselübergang aus dem Bundesverkehrsplan zu streichen, eine öffentliche Mediation einzuleiten und falls kein Konsens erzielt wird, das Volk zu befragen.
 
Die Petition kann aufgerufen werden über hochmosel.de
 
Seit dem 15. März gibt es auch in Rheinland-Pfalz - wie ja schon länger auf Bundesebene - die Möglichkeit, online-Petitionen einzustellen. Als erste Petition überhaupt wurde von Dr. Elisabeth Reis, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro-Mosel die Forderung nach einem Baustopp für den Hochmoselübergang eingereicht. Eine ähnliche Petition auf Bundesebene war mit mehr als 24.000 Unterschriften sehr erfolgreich. Die Beratungen über die Berliner Petition sind noch nicht abgeschlossen.
 
Heidelind Weidemann (Stellvertretende BUND-Landesvorsitzende) erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass während der Koalitionsverhandlungen die Bauarbeiten ruhen. Wir werten dies als Signal für unvoreingenommene Verhandlungen und erwarten, dass uns die Zerstörung des Moselsporns und der Hochmoselübergang erspart bleiben.“
 
Die über 40 Jahre alte Planung führt nicht zu einer Verbesserung des Fernverkehrs, weil es dafür mittlerweile mit der A61, der A6 und auch der A3 genügend und vor allem bessere und schnellere Angebote gibt. Zweifellos würde der Hochmoselübergang zwar den regionalen Verkehr zwischen Eifel und Hunsrück beschleunigen, aber dieser Vorteil für verhältnismäßig wenige steht in keinem Verhältnis zu dem Schaden, der in Bezug auf Natur, Tourismus und Weinbau entstünde. Die Mittel aus dem Bundesverkehrswegeplan müssten auch nicht - wie Ramsauer ankündigte - in andere Länder umgelenkt werden, denn in Rheinland-Pfalz gibt es genug zu tun. Wenn ernsthaft eine bessere Erreichbarkeit des Moseltals selber ins Auge gefasst würde, könnte damit auch der Moselquerverkehr zufriedenstellend optimiert werden und allen wäre geholfen. Und dringen wartet man in der Region auf den zweigleisigen Ausbau der Bahnverbindung nach Luxemburg.
 
Die Landespetition soll den Anstoß geben, dass alle politisch Verantwortlichen sich unvoreingenommen um eine sinnvolle Lösung tatsächlich vorhandener Unzulänglichkeiten bemühen. Der BUND und Pro-Mosel sind gerne bereit, daran mitzuwirken und hoffen, dass die neue Landesregierung einen Weg dazu findet.
 
Im Rahmen einer weiteren Online-Kampagne setzt sich der BUND für die Verkehrswende im Land ein und fordert den Stopp von Verkehrsgroßprojekten. Weitere Informationen gibt es über www.bund-rlp.de.
 
 
Für Rückfragen:
Heidelind Weidemann, 06532 93146
Dr. E. Manz  06131 62706-0 bzw. 0151 12273866




Abschalten!

Pressemitteilung vom 13.03.2011
 
BUND: Wer die Sicherheit der Bevölkerung ernst nimmt, muss Atomkraftwerke abschalten
 
Berlin. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert die Bundesregierung auf, aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima Konsequenzen für die deutschen Atomkraftwerke zu ziehen. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: „Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel AKWs auf den Prüfstand stellen will, muss das bedeuten, alle AKWs in Deutschland abzuschalten, die ältesten und gefährlichsten Anlagen sofort.“ Schon jetzt sei klar, dass es in allen deutschen Atomkraftwerken unlösbare Sicherheitsprobleme gäbe. Insbesondere in den älteren Reaktoren führten Konstruktionsmängel und jahrelang ausgebliebene Nachrüstungen zu steigenden Risiken. Für wesentliche Konstruktionsmängel der alten Reaktoren wie veraltete Reaktorgebäude, Sicherheitsbehälter, Reaktordruckbehälter und Lagerbecken seien Nachrüstungen nicht möglich. "Wer nach einem solchen Störfall, wie er jetzt in Japan eingetreten ist, einfach so weitermacht wie bisher und die Risiken weiter bagatellisiert, der handelt unverantwortlich und zynisch“, so der BUND-Vorsitzende Weiger.
 
Der BUND kritisierte die gestrige Äußerung von Bundeskanzlerin Merkel scharf, die Atomkraft sei für Deutschland eine wichtige Brückentechnologie. „Wer so argumentiert, der führt die Bevölkerung hinters Licht. Die AKWs in Brunsbüttel oder Krümmel stehen nach Störfällen seit Jahren still. Sechs alte Atomkraftwerke laufen für den Strom-Export. Wir können und müssen diese acht AKWs sofort und endgültig vom Netz“, sagte Weiger. „Die Erneuerbaren Energien brauchen keine Brücke. Die Atomkraft passt nicht zum weiteren Ausbau von Sonne, Wind und Biomasse.“
 
Der BUND kündigte an, den Druck auf die Politik weiter zu erhöhen. Bereits für morgen ruft der BUND dazu auf, sich an den in zahlreichen Städten in ganz Deutschland stattfindenden Mahnwachen zu beteiligen.
 
Eine Übersicht über die geplanten Mahnwachen finden Sie auf
www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/atomkraft/aktiv_werden/mahnwache/
 
Für Rückfragen:
Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Tel. 0173-6071603 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Mobil: 0171-8311051, presse@bund.net

60 000 Teilnehmer bei der Anti-Atom-Menschenkette zwischen dem AKW Neckarwestheim und Stuttgart

Gemeinsame Pressemitteilung vom 12. März 2011


Stuttgart. Heute haben rund 60 000 Teilnehmer eine zirka 45 Kilometer lange Menschenkette gegen Atomenergie gebildet – vom Atomkraftwerk (AKW) Neckarwestheim bis zur Villa Reitzenstein in Stuttgart. Zu der Aktion hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt, Campact, Robin Wood sowie die NaturFreunde Deutschlands aufgerufen. „Die Aktion hat durch die tragischen Ereignisse in Japan leider eine ungeahnte Aktualität erhalten. Viele Menschen in der Kette sind aufgerüttelt und betroffen aufgrund der drohenden AKW-Katastrophe. Die Menschen in ganz Deutschland, aber vor allem auch in Baden-Württemberg und den angrenzenden Bundesländern, fordern den Atomausstieg“, sagte die baden-württembergische BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender. Die Veranstalter sehen in der geschlossene Menschenkette ein eindrucksvolles symbolisches Bild für die politische Verbindung zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und dem politischen Machtzentrum im Land: „Diese Aktion ist ein klares Signal für die neue Landesregierung, sich für den raschen Atomausstieg einzusetzen und einen Richtungswechsel in der bundesweiten und baden-württembergischen Energiepolitik einzuläuten“, sagte Dahlbender.

 

„In Japan hat sich wieder einmal bestätigt, wie unbeherrschbar und gefährlich Atomenergie ist. Deshalb steigt die Empörung über die Atompolitik, weil die Regierung unbeirrt an der Risikotechnologie festhält“, bewertete der Sprecher von .ausgestrahlt Jochen Stay die hohe Beteiligung bei der Menschenkette. „Angela Merkel und Stefan Mappus werden merken: Wer Laufzeiten verlängert, verkürzt seine Regierungszeit.“

 

„Die heutige Menschenkette ist ein starkes Zeichen für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie“, sagte Uwe Hiksch von den NaturFreunden Deutschlands. „Die Menschen in Baden-Württemberg machen deutlich, dass sie die Energiepolitik der jetzigen Landesregierung abschalten wollen.“ In der nächsten Zeit werde es für die Anti-Atom-Bewegung darum gehen, für die Abschaltung jedes einzelnen Reaktors zu kämpfen. „Wir werden nach der Landtagswahl in Stuttgart die neue Landesregierung massiv unter Druck setzen, damit EnBW alle seine Atomreaktoren abschalten muss. Die Atomkonzerne müssen wissen: Wir werden nicht ruhen und sie zu einer anderen Energiepolitik zwingen“, so Hiksch.

 

„45 Kilometer Anti-Atom-Kette mit 60 000 Menschen zeigen: Die große Betroffenheit über das Unglück in Japan macht die Menschen nicht sprachlos, sondern bringt sie auf die Straße“, sagte der Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz. „Montagabend werden in zahlreichen Städten in ganz Deutschland Mahnwachen stattfinden, um an die tödlichen Risiken der Atomenergie zu erinnern und um den endgültigen Ausstieg zu fordern.“

 

Für Rückfragen:
§         Dr. Brigitte Dahlbender, BUND-Landesvorsitzende, Tel. 0171-9341336
§         Jochen Stay, .ausgestrahlt-Sprecher, Tel. 0170-9358759
§         Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, Tel. 0163-5957593
§         Uwe Hiksch, Vorstandsmitglied NaturFreunde Deutschland, Tel. 0176-62015902
 
Weitere Infos (Ablaufplan, Übersicht Strecke, Karten der Streckenabschnitte) sowie Pressefotos zum Download ab ca. 17 Uhr unter:
§         www.anti-atom-kette.de





Bundesrat muss freien Rebenanbau in der EU stoppen

BUND fordert Schutz des Weinbaus in Steillagen
Mainz. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.  schließt sich seinen baden-württembergischen Kollegen an und fordert den Bundesrat auf, sich in seiner morgigen Sitzung für die Verlängerung des EU-weiten Rebenanbaustopps über das Jahr 2018 hinaus einzusetzen – wie es die Weinbauländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz fordern.
Der Anbaustopp verbietet den Weinanbau bisher auf Flächen, die seit mehr als acht Jahren keine Reben getragen haben. 2007 hatte der EU-Agrarministerrat die Aufhebung des Rebenanbaustopps beschlossen. Der Weinbau auf jeder beliebigen Fläche würde dazu führen, dass der Steillagenweinbau kaum noch konkurrenzfähig bliebe. Die Aufgabe des Steillagenweinbaus bedeutet nach Auffassung des BUND das Ende einer einmaligen Kulturlandschaft und eine Katastrophe für den Artenschutz. „Der Weinbau in Steillagen an Mosel, Rhein, Nahe hat einmalige Biotope für Tier- und Pflanzenarten geschaffen, die Wärme und Trockenheit lieben“, sagte BUND-Landesgeschäftsführer Erwin Manz: „Nicht nur Smaragdeidechse, Apollofalter und Gelbstern würden aus unserer Landschaft verschwinden, wenn der Weinbau an Steillagen aufgegeben werden muss. Denn die Freihaltung der aufgegebenen Weinberge wäre mit Naturschutzmitteln nicht zu bezahlen sein.“
Für Rückfragen: Dr. Erwin Manz, 06131-62706-0 bzw. 0151 12273866

BUND fordert Klimaschutzgesetz für Rheinland-Pfalz

Stufenmodell für die energetische Gebäudesanierung
Zur energetischen Sanierung der Altbauten in Rheinland-Pfalz schlägt der BUND ein Stufenmodell vor. Bis zum Jahre 2030 sollen Wohnhäuser, Büro-, Verwaltungs- und sonstige Gebäude schrittweise wärmetechnisch saniert werden. Damit wird ein entscheidender Beitrag für einen wirkungsvollen Klimaschutz im Lande geleistet. Der BUND erwartet, dass die neue Landesregierung die Anstrengungen erhöht, um das Klimaschutzziel zu erreichen.
Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. reichen die bislang von der Landes- und Bundespolitik ergriffenen Maßnahmen nicht aus, um die selbst gesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. Bislang konnte das Ziel der Landesregierung, die CO2-Emissionen bis zum Jahre 2020 um 40 % zu verringern, nur etwa zu einem Viertel erfüllt werden. Ein zentrales Handlungsfeld sieht der BUND in der wärmetechnischen Sanierung des Gebäudebestandes. Rund 28 % des Endenergieverbrauches bzw. 20 % der CO2-Emissionen des Landes resultieren aus der Wärmeerzeugung für Wohn- und Nichtwohngebäude.
„Wer heute handelt, muss die zukünftige Entwicklung im Auge behalten. Fossile Energiequellen sind endlich, die Energiekosten werden in die Höhe schießen. Die Klimaveränderung wird immer deutlicher. Die Häuser der Zukunft müssen so gedämmt sein, dass sie mit minimalem Aufwand beheizt werden können. Den Menschen sollte heute bereits ein Weg in die Zukunft gezeigt werden. Der BUND-Stufenplan hat das Ziel im Auge, sieht aber erst einen sanften Einstieg in die Gebäudesanierung vor und formuliert dann sukzessiv weitere Maßnahmenschritte.“ erläutert Dr. Holger Schindler (BUND-Landesvorsitzender).
Zur Erschließung der Einsparpotentiale im Gebäudebestand schlägt der BUND ein Klimaschutzgesetz Rheinland-Pfalz vor, mit dem ein Stufenmodell für die energetische Gebäudesanierung im Lande bis zum Jahre 2030 eingeführt wird. Der im Stufenmodell für das Jahr 2030 geforderte maximale Energieverbrauch von 80 kWh/m2 und Jahr ist ein Wert der selbst unter Einsatz allgemein gebräuchlicher Dämmtechnik heute schon erreicht werden kann. Hier wird nichts Unmögliches gefordert. Die Idee beruht auf einem Konzept, das vom BUND Berlin entwickelt wurde. Andreas Jarfe (BUND, Landesverband Berlin) berichtet aus der Bundeshauptstadt: „Unser Konzept wird vom Berliner Mieterverein mitgetragen, weil die Wohnqualität in den Häusern verbessert, Nebenkosten reduziert und soziale Härten ausgeschlossen werden. Auch die IHK Berlin unterstützt uns, weil das Stufenmodell Technologie-offen ausgestaltet ist und Investitionen langfristig planbar sind.“
Oliver Decken (Raumplaner und Autor der Studie) hebt den Leitgedanken hervor: „Wir wollen der Verschiedenartigkeit des Gebäudebestandes gerecht werden, indem für jedes Gebäude ein individueller Weg zur energetischen Sanierung und zur CO2-Vermeidung ermöglicht wird. Dabei können jeweils die geeigneten und verfügbaren technologischen Mittel frei gewählt werden. Mittelfristige Vorgaben zur Senkung von Energiebedarf und CO2–Freisetzung verschaffen den Eigentümern die für die Investitionen notwendige Planungssicherheit.“ Der Bundesgesetzgeber hat ausdrücklich den Ländern die Kompetenz für eigene gesetzliche Regelungen übertragen. Der BUND fordert, dass Rheinland-Pfalz diese Möglichkeit wahrnimmt und über ein eigenes Klimaschutzgesetz das vorgeschlagene Stufenmodell umsetzt.
In vier Stufen zu jeweils fünf Jahren werden die zulässigen Werte für Energieverbrauch und CO2–Freisetzung von Bestandsgebäuden stufenweise gesenkt. Da von Anfang an das Maß der alle fünf Jahre steigenden Anforderungen bekannt ist, wird vorausschauendes ökonomisches Planen ermöglicht. Soziale Unwägbarkeiten werden durch entsprechende Härtefallregelungen von vornherein begrenzt. Mieter, selbstnutzende Eigentümer und Unternehmen werden nicht überfordert.
In seiner Studie hat der BUND die Wirkung des vorgeschlagenen Klimaschutzgesetzes für Rheinland-Pfalz ermittelt: Bei den Wohngebäuden kann der Energiebedarf bis 2030 um rund die Hälfte verringert werden und es werden zwei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Die energetische Sanierung von Gebäuden kostet Geld und führt gleichzeitig zu einer dauerhaften Einsparung von Energiekosten. Das BUND-Stufenmodell stößt bis 2030 bei den Wohngebäuden Investitionen in Höhe von rund 20 Mrd. Euro an. Dem stehen jährliche Energiekostenersparnisse in Höhe von rund 1,35 Mrd. € gegenüber. Dies bedeutet, dass sich die energetische Sanierung im Durchschnitt innerhalb von 15 Jahren amortisiert und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. Zudem können im Mittel pro Jahr rund 16.000 Arbeitsplätze im Sanierungsgewerbe und -handwerk gesichert bzw. geschaffen werden.

Weitere Informationen (download der BUND-Studie)
www.bund-rlp.de\
www.bund-berlin.de
Für Rückfragen:
Dr. E. Manz (BUND RLP Landesgeschäftsführer) 06131 62706-0 bzw. 0151 12273866
M. Ullrich (BUND RLP Umweltschutzreferent) 06131 62706-0
A. Jarfe (BUND Berlin, Landesgeschäftsführer) 030 7879000




Keine „grüne Welle“ für den Natur- und Artenschutz.

BUND und NABU: Neun Bundesländer bei der Erhaltung der Artenvielfalt im Schlussfeld

 

Berlin: 2007 hatte die Bundesregierung mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein Paket mit 330 Zielen und rund 430 Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt verabschiedet. Große Verantwortung für deren Umsetzung haben die Bundesländer. Eine Analyse der Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund NABU zeigt: In keinem einzigen Bundesland stehen die Zeichen für einen erfolgreichen Arten- und Biotopschutz auf Grün.

 

In den meisten Bundesländern gebe es keine umfassende und ressortübergreifende Umsetzung der Nationalen Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt, bemängelten die Verbände. Lediglich in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland existierten bislang Landesstrategien zum Erhalt der Biodiversität. Baden-Württemberg habe einen „Aktionsplan“ erstellt und Schleswig-Holstein im Landtag einen Bericht über den Beitrag des Landes zur Umsetzung der Nationalen Strategie vorgelegt. Inhalte und Zeitvorgaben des Bundes würden in den Konzepten der Länder jedoch nur selten aufgegriffen und konkretisiert.

 

Dabei sei ein umfassender Schutz der biologischen Vielfalt dringend geboten, so die Naturschutzverbände. Jede achte Vogelart, jedes vierte Säugetier und jede vierte Nadelbaumart weltweit sind vom Aussterben bedroht. Allein in Deutschland gelten 72,5 Prozent der Lebensräume von Pflanzen und Tieren als gefährdet. Jede zweite heimische Vogelart, ein Drittel der Pilzarten und 30 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen sind bedroht. Verschärft wird diese prekäre Lage durch den fortschreitenden Klimawandel. Der weitere Verlust der Artenvielfalt erhöht auch die Folgekosten für Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Je nach Umsetzungsstand der Maßnahmen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in den einzelnen Ländern vergaben die Verbände entsprechend einem Ampel-Modell verschiedene Farben. Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Sachsen wurden mit „Gelb“ bewertet. Die im Schlussfeld liegenden Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen erhielten nur ein „Rot“. Kein Bundesland erreichte auch nur die Hälfte der nach den Kriterien der Umweltverbände maximal möglichen Bewertungspunkte.

 

Bewertet wurde unter anderem der Anteil der in jedem Bundesland ausgewiesenen Wildnis- und Naturschutzgebietsflächen, die Fläche zukünftiger Urwälder und die Gebiete, die durch die Europäische Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Richtlinie geschützt sind. In die Bewertung einbezogen wurde auch die Anzahl der fertig gestellten Managementpläne für die Schutzgebiete. Außerdem wurden der Anteil der Flächen mit ökologischem Landbau und der Einsatz von Geldern für Agrarumweltmaßnahmen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes bewertet.

 

NABU-Präsident Olaf Tschimpke bezeichnete das Ergebnis als ernüchternd: „Die Untersuchung zeigt, dass die Bundesländer in Sachen Artenschutz noch viel Nachholbedarf haben. Für den Schutz der biologischen Vielfalt zählen vor allem Taten. Allein durch die Ausweisung von Schutzgebieten sind noch keine Art und kein Lebensraum gerettet. Es fehlen nach wie vor umfassende Konzepte.“

 

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte die Bundesregierung auf, dem Naturschutz in ihrem eigenen Verantwortungsbereich mehr Gewicht beizumessen. So dürfte der Bau von Autobahnen oder Schifffahrtskanälen nicht auf Kosten der Natur gehen. Die vom Kabinett beschlossene Biodiversitätsstrategie müsse bei allen Vorhaben des Bundes vorbildhaft umgesetzt werden. „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor kurzem mit einer schönen Rede das Internationale Jahr der Biodiversität 2010 eröffnet. Nun geht es darum, in der Praxis das Artensterben auch tatsächlich zu stoppen. Die Analyse der Aktivitäten der Bundesländer zeigt, dass, Naturschutz oft nur das fünfte Rad am Wagen ist. Es gibt große Defizite vor allem beim Biotopschutz und bei der Vernetzung von Lebensräumen für gefährdete Tiere und Pflanzen“, sagte Weiger.

 

Für die Naturschutzarbeit der Länder fehlten außerdem ausreichende Mittel. Deshalb forderten die Verbände die schnelle Umsetzung des im Koalitionsvertrag zugesagten „Bundesprogramms Biologische Vielfalt“. Dafür müssten in den kommenden vier Jahren jährlich zusätzliche 300 Millionen Euro aufgebracht werden. Ein bedeutsamer Teil dieser Gelder sollte aus dem Emissionshandel stammen. Die Länder müssten zudem ihre Naturschutzverwaltungen stärken und Landnutzer wie Agrar- und Forstbetriebe beim Naturschutz besser unterstützen. Unverzichtbar dafür seien verbindliche Managementpläne für das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 und die Schaffung eines zusammenhängenden Biotopverbundes. Außerdem müssten weitere 25.000 Hektar ökologisch wertvolle Flächen aus dem Bundesbesitz als Nationales Naturerbe dauerhaft für den Naturschutz in den Ländern gesichert werden.

 

Ein Hintergrundpapier zum Biodiversitätsschutz in Deutschland finden Sie im Internet unter www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/biologische_vielfalt/20100218_biologische_vielfalt_bundeslaenderranking.pdf

 



Metanavigation: